HIV/AIDS

HIV ist eine Abkürzung und bedeutet „Humanes Immundefizienz-Virus“. Das bedeutet übersetzt: menschliches Abwehrschwäche-Virus. HIV schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte, die auch Immunsystem genannt werden. So kann der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen.
Im schlimmsten Fall treten dann bestimmte lebensbedrohliche Erkrankungen auf, zum Beispiel schwere Lungenentzündungen. Dann spricht man von AIDS. Auch das ist eine Abkürzung, es bedeutet „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Auf Deutsch: Erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom.
Gegen HIV gibt es heute sehr wirkungsvolle Medikamente. Sie verhindern die Vermehrung des Virus im Blut, können es aber nicht wieder aus dem Körper entfernen. Dank dieser Medikamente können die meisten HIV-infizierten Menschen heute lange Zeit mit dem Virus leben, ohne an AIDS zu erkranken.
Die Medikamente können allerdings in einigen Fällen schwere Nebenwirkungen haben und müssen lebenslang eingenommen werden.

Verlauf
Zu Beginn:
HIV muss heute nicht mehr zu Aids führen. Wird die HIV-Infektion rechtzeitig erkannt, können Medikamente den Krankheitsverlauf stoppen. Trotzdem erfahren noch immer viele Menschen erst von ihrer Infektion, wenn sie schwer krank werden. Das liegt daran, dass sich das Virus in den ersten Monaten oder Jahren oft kaum oder gar nicht bemerkbar macht. Wer ein Infektionsrisiko hatte, sollte sich darum durch einen HIV-Test Gewissheit verschaffen.
Eine unbehandelte HIV-Infektion verläuft von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Häufig treten kurz nach der Infektion kurzfristig grippeartige Beschwerden auf. Dann scheint oft lange Zeit nichts zu passieren. Doch das Virus vermehrt sich in dieser Zeit im Körper weiter. Schließlich ist das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) so geschwächt, dass verstärkt Infektionskrankheiten auftreten. Doch auch jetzt können Medikamente die Krankheit noch bremsen und das Immunsystem kann sich wieder erholen.

Bildung von Antikörpern:
In den ersten drei Monaten reagiert die körpereigene Abwehr auf die HIV-Infektion mit der Bildung so genannter Antikörper. Sie dienen dazu, Krankheitserreger unschädlich zu machen, jedoch ist das bei HIV nur eingeschränkt möglich. Das Immunsystem kann das Virus zwar einige Zeit in Schach halten, aber nicht besiegen.
Aus diesem Grund ist auch nach 12 Wochen bzw. 3 Monaten der HIV-Antikörpertest möglich, der auch bei uns in der AIDS-Hilfe Freiburg angeboten wird. So lässt sich feststellen, ob jemand HIV-infiziert ist (HIV-Antikörpertest, HIV-Test).

Weitere Entwicklung:
In den folgenden Monaten und Jahren vermehrt sich HIV im Körper oft lange Zeit unbemerkt, verursacht dabei aber schon bleibende Schäden an der körpereigenen Abwehr und manchen Organen. Schließlich kommt es vermehrt zu unterschiedlichen Beschwerden wie beispielsweise Fieber oder Lymphknotenschwellungen. Die Anfälligkeit für Krankheiten steigt.

AIDS:
Wird die HIV-Infektion nicht mit Medikamenten behandelt, kann das Immunsystem Krankheitserregern irgendwann nicht mehr viel entgegensetzen.
Schwerwiegende Erkrankungen sind eine Folge. Erst in diesem Stadium der Krankheit spricht man von AIDS.

Übertragung
HIV ist relativ schwer übertragbar. Ein Infektionsrisiko besteht nur, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Zu diesen Körperflüssigkeiten gehören vor allem Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, Muttermilch und der Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut des Enddarms.
Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergegeben.
Sehr riskant ist außerdem die gemeinsame Benutzung von Spritzen beim Drogenkonsum. Vor HIV kann man sich gut schützen, nämlich durch Safer Sex und Safer Use.
Das Risiko einer HIV-Übertragung ist erhöht, wenn sich besonders viele Viren im Blut und den Körperflüssigkeiten befinden.
Das ist zum Beispiel zwei bis vier Wochen nach einer frischen HIV-Infektion der Fall, weil sich das Virus dann besonders stark vermehrt. Das Risiko ist viel geringer, wenn sich nur wenige Viren im Blut befinden, etwa wenn HIV-Medikamente die Vermehrung des Virus verhindern.

Schutz
Beim Geschlechtsverkehr verringern Kondome das Risiko einer HIV-Infektion. Außerdem sollte man beim Oralverkehr kein Sperma in den Mund kommen lassen (Safer Sex).

Diagnose
Nach 3 Monaten bzw. 12 Wochen ist ein HIV-Antikörpertest möglich (Schnelltest, Labortest). Davor sind noch andere Verfahren, der PCR-Test oder der p-24-Test, möglich. Jedoch wird allgemein zum HIV-Antikörpertest geraten.

Therapie
Die Vermehrung des Virus lässt sich mit Medikamenten verhindern. Die Medikamente müssen dauerhaft und regelmäßig eingenommen werden. Die Zahl der Viren im Körper sinkt dann bei den meisten Menschen mit HIV so stark, dass man sie mit den gängigen Methoden nicht mehr nachweisen kann. Wenn das Virus sich nicht mehr vermehrt, werden die körpereigenen Abwehrkräfte nicht weiter geschädigt und können sich wieder erholen. Zu einer AIDS- Erkrankung kommt es dann nicht mehr.
Es ist wichtig, früh genug mit einer Therapie (siehe Kombinationstherapie) zu beginnen, damit HIV den Körper gar nicht erst stark schädigen kann. Bei dem Verdacht bzw. einer vorliegenden Infektion sollten, soweit möglich, alle Sexpartner*innen informiert werden, dass sie sich infiziert haben könnten. Auch die sollten sich unbedingt testen lassen.